Übersetzungstheorie aus Brasilien [Publikation+Vortrag]

Übersetzungstheorie aus Brasilien

Einladung zum Vortrag „(Un-) Übersetzbarkeiten postkolonial. Haroldo und Augusto de Campos“ am Mittwoch, dem 9. Dezember, von 19:30-21:00 via Zoom

Am 9. Dezember spreche ich im Rahmen der Vortragsreihe „Man hört nicht auf…. (nicht) zu übersetzen“ über die Verflechtungen von europäischer und brasilianischer Übersetzungstheorie. Der Arbeitskreis der Frankfurter AVL beschäftigt sich mit Barbara Cassins Dictionnaire des intraduisibles, das auch kürzlich, nämlich im Jahre 2018, ins brasilianische Portugiesisch übertragen wurde.

Mein Vortrag wendet sich den Brüdern Augusto und Haroldo de Campos zu und untersuchte ihre Übersetzungstheorie und -praxis anhand der Konzepte der ‚intradução‘ und ‚transcriação‘. Grundlage dieser Neologismen ist die künstlerische Bewegung der Antropofagía, die sich im Brasilien der 1920er Jahre herausbildete. Wer sich mit Übersetzungstheorie aus Brasilien beschäftigt, kommt schließlich an dem im Jahre 1928 von Oswald de Andrade veröffentlichten Manifesto Antropofágo nicht vorbei. Die Metapher der Anthropophagie deutete schon darauf hin, dass brasilianische Übersetzungstheorie die binäre Opposition von Übersetzung und Original auflöst. Auch bei Haroldo und Augusto de Campos sind Übersetzen, kreatives Schreiben und Kritik untrennbar miteinander verbunden.

Augusto und Haroldo de Campos entwerfen einen neuen Blick auf die Praxis und Theorie des Übersetzens, die bis heute außerhalb der Lusitanistik und Brasilianistik kaum wahrgenommen wird. Welche Potenziale und Möglichkeiten diese Übersetzungstheorie aus Brasilien jedoch bietet, werde ich in meinem Vortrag auch anhand konkreter Beispiele aufzeigen.

Der Vortrag ist öffentlich. Interessierte können sich bei der Leiterin des Arbeitskreises, Prof. Dr. Dr. Judith Kasper, anmelden unter: kasper@em.uni-frankfurt.de

Links:

Weitere Beiträge lesen