Marília Jöhnk

Aus der digitalen Lehre im Sommersemester 2020 ist die Idee erwachsen, einen Videopodcast anzufertigen, der thematisiert, wie sich wissenschaftlichen Schreiben lernen lässt. In diesem werde ich über verschiedene Etappen beim Anfertigen einer Hausarbeit, Bachelor- oder Masterarbeit sprechen.

Das folgende Video rekurriert auf meine persönlichen Erfahrungen und auf verschiedene Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben. Es bietet eine Unterstützung für das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten und informiert zu: Themenfindung, Recherche- und Lektürephase, wissenschaftlichem Stil und Schreibblockaden.

2. Themenfindung

Wissenschaftliches Schreiben lässt sich lernen und verbessern. Der vorliegende Videopodcast zum wissenschaftlichen Schreiben arbeitet sich entlang verschiedener Etappen einer wissenschaftlichen Arbeit ab. Ich beginne mit der Themenfindung, bei der es darauf ankommt, eine für sich interessante und ergiebige Fragestellung zu finden, die man anhand eines ausgewählten Materials entwickeln möchte. Mein Rat hierbei lautet, die Arbeit vom Material her zu denken und zunächst nach Intuition und Interesse auszuwählen: Welcher Text hat Sie im Seminar besonders interessiert? Über welches Kunstwerk möchten Sie gerne weiter nachdenken? Diese Aspekte können ein erster Schritt sein, um eine Fragestellung zu entwickeln. Diese muss zu Beginn Ihrer Arbeit noch nicht perfekt sein und sollte sich sogar im Verlauf Ihres Arbeitsprozesses differenzieren und verfeinern.

3. Recherchieren und lesen

Für die Recherche- und Lektürephase gilt: weniger ist mehr. Anhand qualitativ guter Datenbanken und Kataloge lässt sich eine einschlägige Auswahl der wichtigsten Forschungsposition treffen. Der Podcast stellt Ihnen einige dieser Datenbanken und Kataloge vor. Hierbei gilt es jedoch Balance zu halten. Auf der einen Seite sollen Sie zeigen, dass Sie sich mit der Forschung beschäftigt haben, zugleich müssen Sie jedoch gut auswählen, um sich nicht in der Recherche zu verlieren. Auch die richtige Lektüretechnik will gelernt sein, das Gelesene sollten Sie bereits in dieser Arbeitsphase archivieren. Hierfür eignen sich Exzerpte, Kopien oder auch digitale Datenbanken, die Sie sich selbst individuell einrichten können.

4. Die Wissenschaftssprache

Oftmals berichten Studierende über Probleme mit der Wissenschaftssprache. Wissenschaftliches Schreiben muss jedoch nicht langweilig, zäh und überkomplex sein. Komplexe Sachverhalte in einer verständlichen Sprache auszudrücken, an gezielten Stellen das “Ich” prononciert einzusetzen und Forschungspositionen in eigene Worte zu fassen, stärkt die eigene Stimme. Auch der übermäßige Gebrauch von Passivkonstruktionen erschwert den Lesefluss und suggeriert eine vermeintliche Objektivität hinter dem Geschriebenen.

5. Schreibblockade

Was jedoch tun bei einer Schreibblockade? Durch gezielte Schreibzeiten und Schreibziele lassen sich Blockaden beim wissenschaftlichen Schreiben durchbrechen. Zugleich ist jedoch zu beachten, dass es unterschiedliche Schreibtypen gibt und jede*r einen eigenen Rhythmus und eigene Strategien entwickeln kann, die funktionieren. Ebenso kann es bei größeren Arbeiten helfen, im Kleinen zu planen und sich kontinuierlich Ziele zu setzen, nach denen man sich belohnt.

6. Revision

Nach sorgfältiger Revision und Durchsicht, bei der es darauf ankommt, sich bestmöglich vom Text zu distanzieren, kann die Arbeit eingereicht werden. Besonders hilfreich ist es, wenn ein*e Freund*in Ihnen Feedback zum Geschriebenen geben kann und sie sich gegenseitig austauschen.

All diese Tipps sollen dabei helfen, Freude am wissenschaftlichen Schreiben zu entwickeln und Themen und Fragen zu finden, die Sie wirklich interessieren. Wissenschaftliches Schreiben ist ein Handwerk, das sich lernen und verbessern lässt – hierbei hilft Ihnen hoffentlich der Videopodcast.

7. Wissenschaftliches Schreiben lernen - ausgewählte Ressourcen

8. Empfohlene Literatur wissenschaftliches Schreiben