Sappho in der Weltliteratur

Sappho in der Weltliteratur
Sappho in der Weltliteratur

Kurze Beschreibung

Lehr- und Lernprojekt

Dieses Seminar wird als Projekt im Rahmen einer Förderlinie zu produktorientiertem und forschendem Lernen gefördert. Die Lehr- und Lernprojekte in dieser Förderlinie widmen sich im Wintersemester dem Thema „Konstruktionen von Kultur“. Im Zuge dieses Seminars zu Sappho in der Weltliteratur werden wir wissenschaftliche Poster erarbeiten und im Wintersemester präsentieren. Im Sommersemester besteht dann die Möglichkeit, die Ergebnisse – in Form des Posters oder auch ausgearbeitet zu Vorträgen – auf einer interdisziplinären Studierendenkonferenz (am 14. Juli 2026) vorzustellen. Ebenso ist vorgesehen, dass die Ergebnisse der Lehrprojekte auf einer online-Plattform vorgestellt werden können. Die Lehrveranstaltung wird zusätzlich mit einem Tutorium gefördert.

Inhalt

Dieses Seminar besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil untersuchen wir ausgehend von den Lektüren der Hymne an Aphrodite und dem Fragment 31 Sapphos Rezeption in der Weltliteratur. Gemeinsam diskutieren wir wichtige Etappen der europäische Rezeptionsgeschichte, mit besonderem Fokus auf der Frühen Neuzeit (Louise Labbé, Anne Dacier) und dem 19. Jahrhundert (Renée Vivien, Algernon Charles Swinburne, Paul Verlaine, Charles Baudelaire). Ebenso lesen wir gemeinsam den zeitgenössischen Roman After Sappho von Selby Wynn Schwartz.

Das Seminar nimmt den Titel ‚Weltliteratur‘ allerdings ernst: Der zweite Teil dieses Kurses bietet die Gelegenheit, die globale und postkoloniale Rezeption Sapphos zu erkunden. Als aktive Leistung für die Teilnahme erstellt jede*r Teilnehmer*in ein Poster, das sich mit einem besonderen Fall der globalen Rezeption Sapphos beschäftigt. Diese Poster sollen der Frage nachgehen, wie Sappho jenseits von Europa und in postkolonialen Kontexten rezipiert wurde. Mögliche Themen für diese Posterpräsentationen können die Sappho-Rezeption bei Autor*innen der ostasiatischen oder indischen Literatur sein sowie dekoloniale und Schwarze Adaptationen von Sappho. Die Teilnehmenden sind eingeladen, eigenständig ausgehend von ihren eigenen Interessen und ggf. auch Sprachkenntnissen nach weiteren Rezeptionsbeispielen in globalen Literaturen zu suchen und diese für ihre Posterpräsentation aufzubereiten. Die Poster sollen einem erweiterten universitären Publikum zur Verfügung gestellt werden. Das Seminar bietet damit auch die Gelegenheit, ein wissenschaftliches Poster anzufertigen und selbständig zu forschen.

Sappho in der Weltliteratur
Sappho in der Weltliteratur
Sappho in der Weltliteratur Programm
Sappho in der Weltliteratur Programm

Posterausstellung

Im Rahmen der Posterausstellung präsentieren Studierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft dekoloniale und feministische Perspektiven auf die Sappho-Rezeption in der Weltliteratur. Neben der Ausstellung der Poster gibt es kurze Impulsvorträge, in denen die Arbeiten vorgestellt werden. Die Poster der Ausstellung konzentrieren sich auf das 20. und 21. Jahrhundert und zeichnen nach, wie Sappho in Indien, Argentinien, China und den Vereinigten Staaten gelesen wurde. Nicht nur literarische Rezeptionen, sondern auch die Umschreibung Sapphos in den sozialen Medien wird hierbei thematisiert.

Im Rahmen des gleichnamigen Seminars (s.o.) haben sich die Studierenden zuvor mit Sappho selbst und ihrer Rezeption beschäftigt. Die Ausstellung bietet damit die Gelegenheit, einem kanonischen Gegenstand der westlichen Literaturgeschichte in seiner dekolonialen Dimension näherzukommen. Viele der Poster wenden sich hierfür kaum erforschten Beispielen der Sappho-Rezeption zu.

Die Ausstellung ist frei begehbar. Das Seminar wurde unterstützt durch ProFiL – Produktorientiertes und Forschendes Lernen in den Geisteswissenschaften, ein Projekt des Zentrums Geisteswissenschaften der Goethe-Universität. Die Lehr- und Lernprojekte in dieser Förderlinie widmen sich im Wintersemester 2025/2026 dem Thema ‚Konstruktionen von Kultur‘.

Die Posterausstellung ist am 12. Februar von 10-14 Uhr s.t. begehbar. Das Format ist bewusst frei und offen gewählt. Ein Besuch der Ausstellung ist in diesem Zeitraum jederzeit möglich.


    Das Programm der Ausstellung:

  • 10:15 Marília Jöhnk: Einführung
  • 10:30 Christine Renné: Verlorene Schönheit neu beleben? Beram Saklatvalas ergänzende Nachdichtungen Sapphos lyrischer Fragmente
  • 11:00 Tara O’Sullivan: Begehren auf Umwegen: Alfonsina Stornis „Carta lírica a otra mujer“ und Sapphos Fragment 31
  • 12:00 Julia Hagelüken: Ist Sappho jetzt Pop-Kultur? #sapphicliterature als digitaler Paratext auf BookTok
  • 13:00 Deborah Segger: Liebende Medusa, ewige Sappho. Der Queer Gaze als Befreiung von patriarchalen Aneignungen bei Jewelle Gomez
  • 13:30 Abschlussreflexion
    Weitere Poster der Ausstellung (ohne Impulsvorträge):
  • Lê Vy Bui: Sappho im chinesischen Schönheitsbild: das Beispiel Hai Zi
  • Laura Koch: Wuchernde Fragmente: Hilda Doolittle, Sappho und das Fragment 36
  • Karoline Röker: Liebe in Fragmenten- Sappho als poetologisches Instrument bei Rilke

Wann

wöchentlich, freitags, 10-12 Uhr

Anmeldung

Studierende der AVL Frankfurt können sich für den Zugang zu den Texten auf Olat gerne vor Semesterbeginn an mich wenden: kontakt@marilia-joehnk.de

Links

Link zum Vorlesungsverzeichnis folgt in Kürze