Schreiben gegen die Diktaturen in Spanien und Lateinamerika
Beschreibung
Die Geschichte Spaniens und Lateinamerikas wird im 20. Jahrhundert geprägt von Diktaturen und staatlicher Gewalt. In Spanien putscht sich Francisco Franco an die Macht, in Lateinamerika sind es Militärdiktaturen, die mit Staatsstreichen die Herrschaft übernehmen und deren Aufarbeitungen bis heute andauern.
Was bedeutet es in Anbetracht von existentieller Bedrohung zu schreiben und seine Stimme in Zeiten von Zensur und Repression gegen totalitäre Herrschaft und Gewalt zu erheben? Welche Rolle nimmt Literatur unter diesen Bedingungen ein und was für ästhetische Praktiken und Verfahren bilden sich heraus, um unter dem Radar zu schreiben und zu überleben?
Das Seminar wird eine intermediale Perspektive einnehmen – der Schwerpunkt liegt auf Literatur, doch ebenso beschäftigen wir uns mit Textkunst in Musik und Radioessays. In Vorbereitung auf das Seminar lesen Sie bitte den Roman El beso de la mujer araña, den wir gemeinsam diskutieren. Studierende des Masterstudiengangs Literaturwissenschaft dürfen diesen auch in Übersetzung (Der Kuss der Spinnenfrau) lesen. Auf dem Seminarplan stehen außer Manuel Puigs Roman Texte von Julio Cortázar, Miguel Hernández, Vicente Aleixandre, Alicia Kozameh und Ariel Dorfman. Theoretische Lektüren umfassen u. a. Hannah Arendt und Giorgio Agamben.
Seminarzeit
wöchentlich, freitags 10-12 Uhr
Anmeldung
Bitte im Stud.IP der MLU Halle anmelden.