Demokratische Erinnerungskulturen in Spanien
Beschreibung
Im letzten Jahr feierte Spanien ein halbes Jahrhundert Rückkehr zur Demokratie. Begleitet wurde dieses Gedenken von Debatten darüber, wie das Land sich an die Diktatur unter Francisco Franco und an die Opfer des Bürgerkrieges erinnert. Noch immer kämpfen zahlreiche Familien darum, dass ihre Verwandten aus Massengräbern exhumiert und bestattet werden. Kunst und Kultur verhalten sich zu diesen Debatten und finden eigene Wege des Erinnerns. Beispielhaft dafür ist Pedro Almodóvars Film Madres paralelas, in dem sich der Regisseur, expliziter als je zuvor in seiner Kunst, zur Debatte um die memoria histórica verhält. Neben einer Erzählung von zwei Müttern, deren Kinder verwechselt werden, inszeniert Almodóvar einen politischen Kommentar zum Kinderraub während der Franco-Diktatur und zu den Bemühungen der Angehörigen von Opfern des Bürgerkrieges und Franquismus um Exhumierung und Aufarbeitung.
Anhand zeitgenössischer künstlerischer Beispiele untersucht das Seminar, wie Erinnerung und Demokratie in Spanien verhandelt werden. Zur Diskussion stehen unter anderem Graphic Novels (El abismo del olvido), Filme (Madres paralelas, El silencio de otros), Erinnerungsorte, visuelle Künste sowie Museums- und Archivierungspraktiken.
Uhrzeit und Ort
Montag: 12:00-14:00, wöchentlich (ab 13.04.2026)
Ort: (Besprechungsraum 2.32.0 Romanistik, Lu-Wu 2, Steintorcampus)
Anmeldung
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